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Dies ist also mein Erfahrungsbericht….
Ich hab mich dazu entschieden, alles mal aufzuschreiben, da ich selbst viele Informationen auf der Seite Aplastische Anämie gefunden habe, die mir in meiner Situation sehr weitergeholfen haben.
Im Moment bin ich noch nicht geheilt, also besser gesagt ich bin noch „mittendrin“. Deswegen wird der Bericht immer wieder erweitert.

Am 06.02.2007 begann alles mit einem merkwürdigen blauen Fleck am Arm. Wir haben einen „ziemlich aufgeweckten“ Hund. Und der hat mich an dem Tag angesprungen – normalerweise bekomme ich nicht so schnell blaue Flecken von ihm. Die blauen Flecken sahen für mich doch ziemlich seltsam aus, da sich der eigentliche Fleck oder Kratzer in viele kleine blaue Flecken oder eher „Punkte“ unterteilte. Das machte mich stutzig. Ich hatte außerdem einen weiteren blauen Fleck am Bauch (ebenfalls von unserem Hund), der schon einige Tage lang vorhanden war und nicht wirklich so aussah, als wenn er Anstalten machen würde, sich zurückzubilden. Als ich dann noch genauer nachdachte, fiel mir ein, dass ich an dem Wochenende vor dem 06.02.2007 (genauer am Samstag, dem 03.02.2007) mit meinem Vater und meiner Schwester auf der „Jagd & Hund“ in der Dortmunder Westfalenhalle war. Da habe ich mir (mögen mich alle Tierschützer der Welt ruhig steinigen….) mit Kaninchenfell gefütterte Lederhandschuhe gekauft. Und als wir von der Messe zurück waren, fielen mir auf den Handrücken unzählige, kleine rote Punkte auf. Die sahen aus wie Sommersprossen – waren aber am nächsten Tag wieder weg. Ich dachte erst, dass ich vielleicht auf irgendwas in den Handschuhen allergisch reagiert habe…aber im Endeffekt weiß ich, dass ich da schon zu wenige Thrombozyten hatte, und die roten Punkte dann durch´s Anprobieren der Handschuhe gekommen sind. Denn durch´s Anprobieren und Faust machen wird ja schließlich Druck auf die Haut ausgeübt, dadurch platzen die kleinen Gefäße (so versteh ich´s….) und bluten dann halt in die Haut wie kleine Blutergüsse.

Aber zurück zum 06.02.2007.
Der Fleck bzw. die kleinen Flecken innerhalb des großen Flecks kamen mir halt seltsam vor. Ich rief direkt mal meine Hausärztin an und fragte nach, ob ich direkt an dem Tag noch vorbeikommen sollte, damit sie sich das mal anschaut oder ob es reicht, wenn wir nen Termin abmachen würden. Weil ich ja in Essen arbeite, und per Bahn unterwegs bin, wäre es mir nicht möglich gewesen, „mal eben“ nach Hause zu fahren und zur Hausärztin zu kommen.
Zurück zum Telefonat:
War ja klar, dass die Dame in der Sprechstunde mir nichts per Telefon sagen konnte. Iss ja logisch… Ich hab dann erstmal nen Termin ausgemacht für den Donnerstag der gleichen Woche. Und später am gleichen Tag hab ich mich dann von der Hausärztin zurückrufen lassen, da mir das Ganze halt nicht aus dem Kopf ging und sie mir dann genaueres erzählen wollte – so gut es ginge halt. Ferndiagnose ist halt immer blöd. Klar. Sie sagte dann, dass sie mich zur Blutabnahme am nächsten Tag (Mittwoch) sehen wolle, weil es sein könnte, dass die blauen Flecken auf einen Mangel an Thrombozyten hinweisen.

Soweit so gut… Was macht jemand, der die Möglichkeit hat, sich im Internet zu informieren??? Richtig…..
Ich schaute mich also mal um. So ganz nach dem Prinzip: „Ganz minimal, nur mal schauen, was das rein informativ sein könnte. Man will sich ja nicht verrückt machen….“ Haha… macht man ja schließlich automatisch, wenn man sieht, welche Ursachen so´n Mangel an Thrombozyten haben kann und welche Auswirkungen das haben kann.
Ich informierte mich bei Wikipedia und den Infoseiten des DRK. Was ich da las, beruhigte mich in keinster Weise….aber ich hatte zumindest nen Anhaltspunkt, worauf ich mich einstellen könnte.
Jut, also ging ich am nächsten Tag nüchtern zur Blutabnahme. Die blauen „Punkte“ waren immer noch vorhanden. Klar. Und für den Donnerstag, an dem ich eh nen Termin hatte, die Besprechung der Ergebnisse vorgesehen.

Ich bin also am Donnerstag etwas früher von der Arbeit nach Hause – den ganzen Tag war ich schon unruhig und tierisch gespannt auf die Werte. Natürlich hat man ein ziemlich ungutes Gefühl, wenn man sich die Infos durchgelesen hat. Deswegen hab ich mich den ganzen Tag über nicht wirklich konzentrieren können. Das hat man mir dann natürlich auch angemerkt und meine Arbeitskollegen meinten dann so was wie: „Ach, warte mal ab, das ist nichts. Sonst hätten die Dich schon längst angerufen.“ War natürlich lieb gemeint. Im Endeffekt hab ich aber irgendwie so´n komisches Bauchgefühl gehabt. Und dann bin ich zu meiner Hausärztin zur Besprechung der Blutwerte gegangen.
Die Begrüßung war schonmal ziemlich mies, wie ich das so im Nachhinein sehe. Und zwar kam Frau Dr. F. mit dem Satz ins Sprechzimmer: „Ich habe keine guten Nachrichten für sie Frau K.“
*schluck* Na klasse, dachte ich mir. Was kommt jetzt…? (Durch meine Recherche spukte mir direkt ein großes böses Wort durch den Kopf – Leukämie…)
Frau Dr. F. weiter: „Sie haben einen ganz argen Mangel an Thrombozyten, und ihr Eisen im Blut ist viel zu hoch. Denn laut dem Blutbild sieht es so aus, als wenn ihre Thombozyten einfach zerplatzen. Also ihre Thrombozyten lagen gestern nach der Blutabnahme bei 16.000 – der Normalwert liegt zwischen 150.000 und 400.000“
Ich dann erstmal total schockiert: „Ja und was heißt das jetzt?“
Frau Dr. F.: „Das heißt, dass sie gleich sofort ihr Köfferchen packen und ins Krankenhaus gehen. Sie werden jetzt nicht erst noch übers Wochenende warten oder so. Sie werden sofort behandelt werden müssen.“
Ich – immer noch ziemlich perplex: „Nee nee, warum sollte ich auch warten. Aber das ist jetzt keine Leukämie, oder?“
Frau Dr. F.: „Nein, es deutet nichts auf Leukämie hin. Aber diese akute Thrombozytopenie, die sie haben, ist auf jeden Fall ernst.“

Wow… Das war erstmal wie ein Schlag mit nem dicken Knüppel auf´n Kopp…
Okee. Einweisung eingepackt. Erstmal nach Hause. So ganz hatte ich das gerade noch gar nicht realisiert. Meine Mutter war zu Hause, mein Vater war noch auf der Arbeit. Jut, also direkt die Klamotten gepackt. Erstmal für ne Woche. Paps angerufen und ihm Bescheid gesagt. Praktischerweise arbeitet er in nem Krankenhaus in Dortmund. Jut, Glück gehabt, dass ich noch ein Bett gekriegt habe. Denn die komplette Station war bis auf´s letzte Bett „ausgebucht“.
Also erstmal in der Notaufnahme melden. Das hat dann natürlich erstmal gedauert, bis man dann halt das aktuelle Blutbild hatte. Die Werte am Donnerstag waren dann natürlich noch mieser als die vom Vortag. Ganze 12.000 Thrombozyten.
Krass, dachte ich. Natürlich konnte ich mir noch nicht so ganz vorstellen, was das nun für mich heißt. Aufnahme also mit der vorläufigen Diagnose: „akute Thrombozyopenie“

Und dann ging´s erstmal los mit den Untersuchungen. An jedem Morgen kamen die Ärzte in den Zimmern rum und nahmen mir Blut ab. Nach gewisser Zeit gewöhnt man sich ja an „fast“ alles… Aber so richtig wusste man noch nicht, was ich denn nun habe. Ursachenforschung wurde erstmal über´s Blutbild betrieben, am Dienstag der folgenden Woche – am 13.02.2007 - wurde dann eine Knochenmarks-Biopsie bei mir durchgeführt.
Ich muss ehrlich sagen, ich möchte so was nicht noch mal erleben. Leider kann man den Eingriff wohl nicht unter Vollnarkose durchführen, da der eigentliche Eingriff „nur“ circa 30 Minuten dauert. Deshalb kriegt man nur eine örtliche Betäubung an der Knochenhaut. Dann wird Knochenmarksblut entnommen – das ist das Übelste. Und danach noch mal ein circa 5 cm langes und circa 2 mm dickes Stück Knochenmark entnommen. Das ist nicht so schlimm, wie das Knochenmarksblut. Aber näher möchte ich das hier nicht ausführen. Wer genaues darüber wissen möchte, kann mir gerne mailen. Soweit es geht, werde ich dann berichten, was ich erlebt hab.
Und dann kam das große Warten auf das Ergebnis der Biopsie. Das waren die schlimmsten Tage… Die Nerven spielen total verrückt. Weil so ganz war es ja noch nicht ausgeschlossen, dass es sich vielleicht doch noch um Leukämie handelt.
Bevor ich das endgültige Ergebnis bekam behandelte man mich weiter zur bisherigen Diagnose „akute Thrombozytopenie“. Ich bekam meine ersten Blutkonserven überhaupt. Außerdem natürlich auch Thrombozytenkonzentrat. Und als „Therapie“ bekam ich erst Cortison und folgend teures „Immunglobulin“. Leider ohne Erfolg. Man hatte mir schon in Aussicht gestellt, dass man mir die Milz rausnehmen wolle, wenn sich die Werte absolut nicht bessern. Denn in den meisten Fällen einer „Thrombozytopenie“ kann die Ursache in der Milz liegen. Die Milz „frisst“ die Thrombozyten einfach auf. Entnimmt man die Milz, ist das Problem erledigt. Voraussetzung ist dafür „normalerweise“, dass die Milz vergrößert ist. Beim Ultraschall meiner Milz kam das aber nicht zum Vorschein. Der Doc und ich mussten uns „richtig anstrengen“, meine Milz überhaupt zu finden. Also nix mit Milz raus…Glück gehabt? Wir werden sehen.

Am Abend des 20.02.2007 bekam ich dann persönlich vom Klinikleiter und der Stationsärztin das Ergebnis der Knochenmarks-Biopsie mitgeteilt. Passenderweise direkt wo´s gerade das Abendessen im Krankenhaus gab. Gerade mal einen Bissen vom Abendbrot genommen wurde ich ins Ärztezimmer gebeten. Ich hab dann erstmal natürlich das totale Herzklopfen gehabt. Und bis die beiden Ärzte dann endlich mit der Sprache rausrückten, hab ich immer nur gedacht: „Sag mir nur, dass es keine Leukämie ist.“
Und als ich dann hörte: „Es ist keine Leukämie, aber es ist auch keine Thrombozytopenie“
Ich: „Okee, was ist es dann?“
Prof. Dr. H.: „Das Ganze nennt sich „aplastische Anämie“. Das ist nicht so schlimm, wie eine Leukämie, aber ernsthafter als die Thrombozytopenie. Also bei einer aplastischen Anämie ist die komplette Blutbildung gestört. Also die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen und die Bildung der Blutplättchen. Diese Krankheit hat aber gute Heilungschancen. Bis zu 80%. Da gibt es dann verschiedene Therapieansätze. Welcher genau für sie zutreffen wird, weiß ich jetzt nicht. Aber es gibt einmal die Therapie, in der sie dann eine Antiköper-Therapie bekommen, wenn die dann nicht hilft, gibt es noch die Möglichkeit der Knochenmarkstransplantation. Und die 80%ige Heilungschance bezieht sich auf die Knochenmarkstransplantation.“
Seit der Minute, wo Prof. Dr. H. mir die genaue Diagnose mitteilte, war ich ganz ruhig. Ich hatte absolut keine Angst, und war mir sofort sicher, dass ich das packe. Soweit so gut.
Prof. Dr. H. erläuterte mir dann weiter: „Allerdings ist die Krankheit so selten, dass wir hier keine Erfahrung damit haben. Deswegen würde ich sie gerne nach Essen in die Uniklinik überweisen. Dort habe ich einen Kollegen, Prof. D., mit dem werde ich gleich morgen telefonieren, und versuchen, sie so schnell wie möglich in Essen unterzubringen. Wie schnell das klappt, weiß ich nicht. Ich werde aber sehen, was ich machen kann.“

So wurde also die „richtige“ Diagnose gestellt. Ich hab dann am gleichen Abend noch zu Hause angerufen, und die Diagnose weitergegeben. Aber in total entspanntem Zustand. Denn irgendwie hab ich in der Diagnose nichts Schlimmes gesehen, sondern das „Glück“, dass es keine Leukämie ist und ich gute Heilungschancen habe.
Am nächsten Tag wurde ich dann mit Hilfe eines Krankentransportes (damit auch juristisch alles einwandfrei ist und ich nicht womöglich im Privat-PKW meiner Eltern einen Unfall habe….) nach Essen verlegt. Gegen Mittag kam ich da dann an, und wurde natürlich erstmal „angezapft“, damit die Ärzte in Essen erstmal ein komplettes Blutbild mit allem Schnick und Schnack machen konnten. Denn schließlich wollten die Ärzte dort erstmal auf die Suche der Ursache gehen.
Na ja, ich hab dann erstmal vom 21.02.2007 bis zu meinem 25.Geburtstag am 23.02.2007 gelegen. Mein Doc in Essen Priv.-Doz. Dr. D. hat mit mir am 23.02. über den weiteren Verlauf gesprochen, und mir dann gesagt, dass es Fälle der aplastischen Anämie gibt, bei denen die Krankheit von selbst wieder verschwindet. Daher wolle man den Zeitraum vom erstmaligen Auftreten der blauen Flecken einen Monat lang beobachten. Das war bei mir der Zeitraum vom 08.02. bis zum 08.03.2007. Zusätzlich meinte er, es wäre wohl sinnvoller, dass ich diese Zeit besser zu Hause aufgehoben sei, so lange die Antikörper-Therapie noch nicht gestartet würde. Denn nervlich war ich in den 2 Tagen so was von auf einem Tief, da brauchte ich nur ne bestimmte Werbung („….dass es Dich gibt“-Werbung, z.B.) sehen, da hab ich schon angefangen zu heulen. Denn ich musste mir mit einer älteren Dame das Zimmer teilen. Was eigentlich ja nicht schlimm ist, denn in Dortmund hatte ich mir mit 2 anderen Damen das Zimmer geteilt. Aber diese Dame in Essen gab mir ziemlich den Rest. Denn da ich ja wieder auf einer Krebstation untergebracht wurde, durfte ich mir ständig von der Dame anhören, wie sehr sie doch seit Dezember abgebaut hatte und so weiter und so fort….

Als hätte ich keine anderen Sorgen. Na ja, man will ja nicht unhöflich sein. Deshalb hört man zu und kriegt halt bald nen Knacks…Und wenn man dann auch noch die Prognose bekommt, an seinem Geburtstag im Krankenhaus bleiben zu müssen…Da kann man sich glaub ich vorstellen, wie mein Nervenkostüm aussah…
Nachdem ich mich dann mit Dr. D. darüber und über den weiteren Verlauf unterhalten hatte – natürlich konnte ich nicht anders, und musste mal wieder heulen – konnte ich dennoch an meinem Geburtstag nach Hause. Natürlich hatte ich gewisse „Auflagen“ zu erfüllen. Aber das war alles ganz easy. Ambulante Überwachung der Blutwerte in der Tagesklinik der Hämatologie. Wenn es mir merklich schlechter gehen würde, sollte ich mich sofort in der Klinik melden. Fieber, Blutungszeichen, etc….Alles Notsignale, mit denen ich nicht warten sollte, mich nach Essen zu bewegen. Gut, die ambulante Überwachung hab ich gut überstanden. Ohne Probleme, weswegen ich in die Klinik gemusst hätte. Ich habe Blutkonserven und Thrombozyten gekriegt, wenn nötig. Leider gab es in meinem Fall keine „Spontanheilung“.
Während meines stationären Aufenthalts vom 21.02. bis zum 23.02. wurde meine Schwester zur HLA-Typisierung herangezogen – ohne Erfolg. Bisher hoffe ich noch, dass dies kein Nachteil ist. Denn eigentlich wäre ich total glücklich, wenn die erste Therapie ausreicht, um mich zu heilen und dass mir die KMT erspart bleibt, inkl. der vorangehenden Hochdosischemo….

Nach dem Beobachtungszeitraum wurde bei mir dann doch eine „sehr schwere aplastische Anämie“ festgestellt – die anfängliche Diagnose am Anfang des Beobachtungszeitraums war eine „nicht schwere aplastische Anämie“.
Schade eigentlich, aber durch die Verschlechterung meiner Werte hatte ich nun die Möglichkeit, innerhalb einer Studie zur „aplastischen Anämie“ behandelt zu werden.

Am 21.03.2007 wurde ich dann zur ATG-Therapie (die Antikörper-Therapie vom Pferd) wieder auf der Station aufgenommen – diesmal in einem anderen und angenehmeren 2-Bett-Zimmer.
Dr. D. klärte mich über die Studie und die Therapie auf und gab mir die Einverständniserklärung und die Unterlagen zur freiwilligen Studienteilnahme zu lesen. Er erklärte mir, was genau auf mich zukommen würde. Ich las mir die Unterlagen durch, und entschied mich für die Teilnahme an der Studie.
Am gleichen Tag bekam ich dann als Vorbereitung für die Therapie einen ZVK (ZentralerVenenKatheter – echt komfortabel, wird am Hals gemacht.). Man muss nicht mehr ständig gepikt werden, wenn´s z. B. mal wieder ans Blutabnehmen geht. Außerdem läuft die Infusion dort besser durch als durch nen Zugang am Arm oder an der Hand.
Am 22.03. ging´s dann los. Je 12 Stunden lang hing ich für die nächsten 5 Tage am Tropf und am Monitor zur Überwachung von Puls, Sauerstoffsättigung im Blut und Blutdruck.
Hier mein „Therapie-Tagebuch“ in Stichpunkten:

22.03.2007
- Medikamente:
morgens: 20mg Pantozol
abends: 150mg Sandimmun (Ciclosporin A)

- Prämedikation (vor der ATG-Infusion)
Cortison und 2 Antiallergika (alles i.v.)

- Infusion mit dem Wirkstoff gelöst in 500ml Kochsalzlösung über 12 Stunden
- Nebenwirkungen: Fieber mit 38,4°C und die Knochen haben wie vor einer dicken
Grippe geschmerzt. Ich hab 2 Paracetamol bekommen, danach ging es besser.

23.03.2007
- Medikamente:
morgens: 40mg Pantozol, 150mg Sandimmun
abends: 150mg Sandimmun

- Prämedikation
Cortison und 2 Antiallergika (alles i.v.)

- Infusion mit dem Wirkstoff gelöst in 500ml Kochsalzlösung über 12 Stunden
- Nebenwirkungen: kleine rote und juckende Flecken an den Armen und
Oberschenkeln, die aber schnell wieder verschwanden – wie frische Mückenstiche…

24.03.2007
- Medikamente:
morgens: 40mg Pantozol, 150mg Sandimmun
abends: 150mg Sandimmun

- Prämedikation
Cortison und 2 Antiallergika (alles i.v.)

- Infusion mit dem Wirkstoff gelöst in 500ml Kochsalzlösung über 12 Stunden
- Zusätzliche Transfusion von 2 Blutkonserven
- Nebenwirkungen: kleine rote und juckende Flecken an den Armen und
Oberschenkeln – sind aber von selbst verschwunden.

25.03.2007
- Medikamente:
morgens: 40mg Pantozol, 150mg Sandimmun
abends: 150mg Sandimmun

- Prämedikation
Cortison und 2 Antiallergika (alles i.v.)

- Infusion mit dem Wirkstoff gelöst in 500ml Kochsalzlösung über 12 Stunden
- Nebenwirkungen vom Vortag: rote, juckende Handinnenflächen


26.03.2007
- Medikamente:
morgens: 40mg Pantozol, 150mg Sandimmun
abends: 150mg Sandimmun

- Prämedikation
Cortison und 2 Antiallergika (alles i.v.)

- Infusion mit dem Wirkstoff gelöst in 500ml Kochsalzlösung über 12 Stunden
- Nebenwirkungen vom Vortag: nur noch leicht gerötete Handinnenflächen

Am 27.03.2007 wurde ich aus der Klinik entlassen, nachdem ich noch mal Thrombozytenkonzentrat bekommen hab und der ZVK entfernt wurde.

Durch die Studie ist festgelegt, dass ich vom 1.Tag nach der ATG-Therapie an für 9 Tage Cortison einnehmen musste. Nach den 9 Tagen – also ab dem 05.04.2007 – sollte ich das Cortison einfach absetzen. Falls ich mich nach dem Absetzen des Cortisons extrem abgeschlagen fühlen oder sonst irgendwelche seltsamen Kreislaufstörungen bemerken sollte, sollte ich mich sofort in der Klinik melden, da es sich dabei um eine Nebennieren-Insuffizienz handeln könnte.
Zusätzlich bekam ich aufgrund der Studie ein Rezept über das G-CSF, dass ich mir in Form von Spritzen ab dem 29.03.2007 bis einschließlich zum 240. Tag selbst verabreichen soll.

Zur Beobachtung der Blutwerte muss ich im ersten Monat nach der Therapie 1x wöchentlich bzw. 2x wöchentlich in die hämatologische Ambulanz der Klinik nach Essen. Durch die Ostertage war in der Woche vor Ostern nur 1x in der Klinik, weswegen ich Ostersonntag in die Notaufnahme nach Essen musste, weil ich morgens Blut im Urin bemerkte…. Man hat ja an Feiertagen auch nichts besseres zu tun, als den halben Tag in der Klinik zu verbringen. Wie sich rausstellte, hatte ich an dem Tag nur noch 4.000 Thrombozyten und dadurch eine Blutung in der Blase. Am Tag davor war ich ebenfalls in der Notaufnahme, weil ich mich ziemlich abgeschlagen fühlte. Erst dachte ich, mein Hämoglobin-Wert wäre evtl. zu niedrig und ich bräuchte Blutkonserven. Dem war nicht so. Ich hatte sogar einen Wert von 10,2. Trotzdem hatte ich einen ziemlich hohen Ruhepuls. Der Blutdruck war ziemlich normal, aber der Puls lag meist um die 100. Auf jeden Fall hat der Arzt festgestellt, dass mein Hämoglobin-Wert zwar vollkommen „in Ordnung“ wäre (also in dem Sinne, dass ich keine Transfusion bräuchte), allerdings hatte ich an dem Tag schon nur noch 5.000 Thrombozyten. Da ich jedoch keine Blutungszeichen hatte, bekam ich kein Thrombozytenkonzentrat. Na ja, am nächsten Tag war ich also wieder da, und mir wurde mal wieder Blut abgenommen. Das Lustige daran war, dass das Labor irgendwann in der Notaufnahme anrief und sagte, dass ihnen eines der abgenommenen Röhrchen geronnen sei. Bei 4.000 Thrombozyten – na klar…..Und ich glaub an den Weihnachtsmann...Egal.

Also wurde mir noch mal Blut abgenommen und ins Labor geschickt. Das hieß dann nochmals warten….In der Zwischenzeit kriegte ich allerdings schon mal Thrombozyten, die mittlerweile schon für mich angekommen waren. Soweit so gut…Dadurch, dass durch meine Nieren Blut geflossen ist, haben die sich natürlich ganz arg beschwert. Die Schwestern da in der Notaufnahme haben mir dann gesagt, ich solle über den Tag verteilt auf jeden Fall 4 bis 6 Liter trinken, damit die Nieren gut durchgespült werden. Und in der Klinik hab ich dann schon 3 Wasserflaschen á 0,75 Liter und 2 Flaschen á 0,5 Liter leergemacht. Zu Hause hab ich dann noch weitergemacht und dann war alles wieder paletti. Ist schon ätzend, wenn die Nieren schmerzen. Das ist echt unangenehm.

Heute ist Tag 20 nach der Therapie. Mir geht´s soweit gut; Freitag letzter Woche war ich wieder in der Tagesklinik und habe aufgrund eines Hämoglobin-Werts von 7,0 und Thrombozyten von 12.000 erstmal „Nachschub“ in Form vom 2 Blutkonserven und einem Thrombozytenkonzentrat gekriegt. Ich habe aber nur deshalb Thrombozyten gekriegt, da ja das Wochenende vor der Tür stand und ich das nächste Mal erst am Dienstag der kommenden Woche wieder zur Klinik muss.

Edit 17.04.07:
So, Tag 22 nach der Therapie.
Heute war ich mal wieder zur Kontrolle der Blutwerte in der Klinik. Und meine Werte sahen echt gar nciht mal schlecht aus. Meine Leukozyten sind von 2.1 auf 4.7 gestiegen, der Hämoglobin-Wert ist bei 10.3 gewesen (hat der Dr. S. nicht erwartet), und meine Thrombozyten lagen heute bei immerhin noch 17.000. Dr. S. meinte, er hätte eigentlich erwartet, dass ich heute schon wieder Thrombozyten bräuchte. Und er meinte, dass ein gewisser kleiner Optimismus bei solchen Werten schon angebracht sei. Also heißt es weiter Daumen drücken, dass die Werte bis Donnerstag vielleicht noch ein wenig nach oben klettern. *grins*

Edit 19.04.07:
Tag 24.
Blutwerte: Leukozyten 5.0, Hämoglobin 8.5, Thrombozyten 11.000.
Hab dann mal wieder Thrombozyten-Nachschub gekriegt. *grins*
Das nächste Mal muss ich dann wieder am Montag hin.

Edit 23.04.07:
Heute wieder zur Kontrolle gewesen. Die Leukos sind weiter gestiegen. *freu* Und zwar sind sie heute bei 9.6 gewesen. *grins*
Der Hämoglobin-Wert hat sich zwar bei 8.5 gehalten, aber am Wochenende hab ich schon gemerkt, dass ich wieder Blutkonserven brauche. War ziemlich schnell aus der Puste. Vor allem Treppen steigen ist anstrengend bei zu wenig roten Blutkörperchen. Die Thrombos lagen heute noch bei 16.000. Nachschub hab ich aber nicht gekriegt, sind ja auch noch "genug" da. Also gab´s heute flüssige Blutwurst in Tüten. *grins* Mit anderen Worten: "2 Blutkonserven, Herr Ober!"
Der nächste Kontrolltermin ist übermorgen. Vielleicht darf ich ja bald schon wieder (ENDLICH) rohes Gemüse und ungeschältes Obst essen. Und Müsli und Nüsse....Ist halt alles was ich im Moment nicht darf....Anfangs geht das noch, aber nach ner Zeit dreht man ja bald durch. Jetzt weiß ich, wie sich Allergiker fühlen müssen...
Und wenn ich das alles dann wieder darf, gibt´s auf jeden Fall nen großen Salat bei meinem Lieblings-Italiener und (vielleicht nicht unbedingt am gleichen Tag....*grins* ) nen dicken Burger bei der Konkurrenz vom Schotten....B.K. *schmatz, sabber*

Da es sonst halt nichts Besonderes zu berichten gibt - im Moment, zähl ich einfach mal die aktuellen Werte auf....

Edit 25.04.07:
Blutwerte: Leukozyten 12.8 *freu*, Hämoglobin 10.7, Thrombozyten 12.000.

Edit 27.04.07:
Blutwerte: Leukozyten 12.9, Hämoglobin 10.5, Thrombozyten 13.000. *grins*

Edit 30.04.07:
Blutwerte: Leukozyten 13.7 *freu*, Hämoglobin 10.3 *grins, hält sich echt gut*, Thrombozyten 22.000 *ganz breit grins*.

Edit 03.05.07:
Blutwerte: Leukozyten 17.5 *jubel*, Hämoglobin 10.0, Thrombozyten 27.000. )

Edit 07.05.07:
Blutwerte: Leukozyten 21.9, Hämoglobin 9.4, Thrombozyten 41.000
Es geht also weiter bergauf....

Edit 10.05.07:
Blutwerte: Leukozyten 25, Hämoglobin 9.4, Thrombozyten 47.000
Haben heute die Dosierung des Sandimmun geändert von 150mg morgens und abends auf 150mg morgens und 200mg abends, da der Ciclosporin-Spiegel zu niedrig war. Außerdem muss ich ab nächste Woch (Dienstag) nur noch 1x die Woche zum Blutabnehmen. *freu* Da kann ich meinen Venen endlich mal ein wenig Ruhe gönnen.


To be continued....



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